Fahrrad-Touren

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Feudingen - Mainz 2012


Lahntal-Radweg vom 07.06. – 09.06.2012
Donnerstag, Fronleichnam, 07.06.2012
Nach zwei Jahren Abstinenz haben wir uns dieses Mal für den Lahntal-Radweg entschieden.
Mit dabei waren Hermann, Jürgen und Sebastian.
Unsere Radlektüre war wieder mal das Kartenmaterial von Bikeline, das ich vorher in der Bücherei ausgeliehen hatte. Die Karte war von Sommer 2006, aber da der Radweg sehr gut beschildert sein sollte, benötigten wir die Karte eigentlich mehr für die grobe Richtung.
Mit dem Quer-durch-Land-Ticket für 60 € und vier Radkarten für 20 € ging es für Jürgen und Sebastian in Heigenbrücken um 06:21 Uhr und für Hermann und mich ab Laufach um 06:27 Uhr los.
Mit der RB nach Aschaffenburg und nach einem Aufenthalt von 40 Minuten ging es mit der Regionalbahn nach Frankfurt (Main). In Frankfurt, nach einem 49 minütigen Aufenthalt, ging es dann mit dem Regionalexpress weiter bis nach Marburg. Dort stiegen fast alle Reiseradler aus, um von Marburg die Lahn mit dem Fahrrad zu bezwingen.
Wir fuhren aber mit der Kurhessenbahn weiter bis Feudingen, da hier 9,5 km weiter, die Lahn entspringt. Um 11:31 Uhr waren wir dann pünktlich in Feudingen (NRW) und begannen ab hier mit unserer Radtour.
Ab Frankfurt bis Feudingen hatte es die ganze Zeit geregnet und wir hatten schon mit Regenkleidung gerechnet, aber ab dem Punkt, als wir aus dem Zug stiegen, hörte es auf zu regnen.
Zwei Frauen (aber richtige Labertaschen) die auch in Feudingen ausstiegen, nötigten wir noch kurz, um ein Foto von uns 4 Helden zu machen.

Tiefgrüne Wälder, saftige Flusswiesen, wehrhafte Burgen, romantische Fachwerkstädte und vieles mehr, sollten uns auf der 243 km langen Strecke erwarten. Der Flusslauf erstreckt sich über drei Bundesländer. In Nordrhein-Westfalen entspringt die Lahn, ihr Herzstück fließt durch das unfreundliche Hessen und in Rheinland-Pfalz mündet die Lahn in den großen Bruder Rhein.
Von Feudingen ging es auf einem Waldweg bis nach Bad Laasphe. Dadurch, dass es vorher geregnet hatte, war die Qualität des Weges sehr schlecht. An den Rädern und an uns hing überall Matsch. Wir fuhren durch Wallau nach Biedenkopf, Caldern und einem Ort namens Einöde vorbei. Allerdings könnten hier viele Orte „Einöde“ heißen. Nach 60 km kamen wir dann in die 78000 Einwohnerstadt Marburg und besichtigten dort die Elisabethenkirche.

Den Namen bekam die Kirche übrigens von der damaligen sehr frommen Landgräfin Elisabeth von Thüringen die bereits mit nur 24 Jahren starb, heiliggesprochen wurde und auf derer Grab diese Kirche errichtet wurde.
Auf der Fahrt nach Marburg waren sich Hermann und Sebastian an einer Stelle mal nicht so einig und so krachten sie mit ihren Rädern einfach mal zusammen. Zum Glück ist aber nichts passiert.
Da natürlich das Gesellige auch nicht zu kurz kommen darf, haben wir kurz nach Marburg das zweite Mal an diesem Tag, einen Biergarten aufgesucht. Der Biergarten war direkt an einem See gelegen mit einer großen Wasserskianlage, die die Sportler und auch die „Nur-immer-wieder-ins-Wasser-Faller“ auch nutzten. Die hübschen Bedienungen waren leider nur hübsch, denn wir hatten das Gefühl, dass sie die 4 Radler erst noch brauen mussten. Wir bestellten auch noch je ein Stück Kuchen. Oje, den mussten sie vorher auch noch backen. Irgendwann konnten wir dann wieder weiter fahren.
Da an diesem Wochenende der Hessentag in Wetzlar war, wollten wir nicht allzu nah an Wetzlar heranfahren, da wir ja noch eine Unterkunft finden mussten. Also versuchten wir zuvor telefonisch unser Glück in Lollar und fanden ein sehr schönes, von Italienern geführtes, Hotel.
Auch das Abendessen im Hotel war wirklich sehr gut.

Wetter: bewölkt, teilweise sonnig, teilweise schwül, 18 Grad

Unterkunft:
Hotel San Remo
Marburger Straße 40 in Lollar
DZ für 69 €

Abfahrt (Zug) Laufach: 06:21/06:27 Uhr
Ankunft (Zug) Feudingen: 11:31 Uhr
Beginn Radtour: 11:45 Uhr
Ankunft Lollar: 17:45 Uhr
85,2 km / Fahrzeit: 4:21 Std.

Freitag, 08.06.2012
Wir wollten etwa um 08:00 Uhr am Frühstück sitzen und um 09:00 Uhr losfahren, aber da Hermann und ich schon früher wach waren, weckten wir Jürgen und Sebastian etwas früher, was die beiden auch super fanden …………………….:-)
Das Frühstück war Weltklasse. Perfekt ! Dieses Haus können wir nur empfehlen.
Um 08:45 Uhr saßen wir dann wieder fest im Sattel und fuhren zunächst nach Gießen.

Glücklicherweise hatte die Stadt mit dem Wetter nichts gemeinsam, denn es war trocken. Natürlich wollten wir auch von Gießen etwas Kulturelles anschauen, deshalb besuchten wir dort den hiesigen Lidl Einkaufsmarkt. Nachdem wir uns wieder mit Wasser und Proviant für die Fahrt versorgt hatten, ging es weiter in Richtung Wetzlar. In Wetzlar fand gerade der Hessentag 2012 statt. Insgesamt besuchten den Hessentag 1,2 Millionen Menschen und wir waren auch darunter, wenn auch mehr unfreiwillig. Schiebend arbeiteten wir uns bis zum Dom vor. Das Kirchenhaus (übrigens von beiden Konfessionen genutzt) bestach durch seine architektonische Vielgestaltigkeit, denn von der Romanik bis zum Barock wurde der Dom mehrfach umgebaut und mangels Finanzen nie einheitlich vollendet.

Der Hessentag der 52000 Einwohnerstadt kostete uns aber auch etwa 1,5 Stunden. Nun fuhren wir weiter in Richtung Löhnberg (an den Selters Quellen vorbei) und machten an einer bewirteten Schleuse halt, beobachteten die Kanupaddler und genossen je ein frisches Radler. Auf der gesamten Radstrecke waren rechts und links auch immer wieder wunderschöne Burgen und Schlösser zu begutachten. In Weilburg floss die Lahn gar durch einen einzig in Deutschland bestehenden Schiffstunnel.
Oh, es wurde dunkel, ach wir fuhren nur durch den Ort „Runkel“ und weiter nach Limburg.
In Limburg roch es keineswegs nach Käse, denn als wir über die 600 Jahre alte Steinbrücke über die Lahn fuhren, thronte der Dom St. Georg über der 35000 Einwohner Kreisstadt.

Der Dom gilt heute als eine der vollendetsten Schöpfungen spätromanischer Baukunst. Es zeigten sich jedoch auch schon Elemente der Frühgotik.
Nochmal eine kurze Rast in einem Gourmettempel namens Lidl-Markt. Hermann verdrückte gefühlte 5 Eistüten nacheinander und Jürgens Fahrrad entwickelte sich immer mehr zum fahrenden Getränketransporter. Leider machte die Erkältung von Jürgen ihm immer mehr zu schaffen. Die Power fehlte einfach und so fuhr Jürgen die letzten 10 km des heutigen Tages von Balduinstein nach Laurenburg mit der Bahn. Der Vorteil des Lahnradweges ist wirklich, dass wenn einmal nichts mehr geht, die Bahn eigentlich fast immer neben dem Radweg verläuft.

Laut Rad Karte geht genau dieser Abschnitt weg von der Lahn und ist mit sehr vielen steilen Steigungen gespickt. Eine freundliche ältere Dame machte uns den Vorschlag einfach an der Lahn weiter zu fahren. Dort wäre ein kleiner, aber enger Weg der befahrbar sei. Das machten wir dann auch. Allerdings erwartete uns eine reine Mountainbike Strecke mit viel Matsch. Der enge Matschweg war so nah an der Lahn, dass der kleinste Fahrfehler uns ein Bad in der Lahn beschert hätte.

Als wir in Laurenburg ankamen, war Jürgen schon unter der Dusche des zuvor angerufenen Gasthofes. Ich benenne den Gasthof absichtlich nicht namentlich. Der Chef, der auch gleichzeitig Wirt und Bedienung war begrüßte uns mit seiner Jogginghose auf seiner Art und Weise. Als dann später die wirklich freundliche Frau des Chefs dazu kam, huschte sogar mal ein Lächeln (es könnte eins gewesen sein) über das Gesicht. Das Licht beim Essen musste per Hand an der Lampe ein- bzw. ausgedreht werden und wie hätte es anders sein sollen, gab es in dieser Ortschaft absolut kein Handynetz (alle Netze). Alles passte, wie die Faust auf dem Auge. Hier half nur noch Galgenhumor
Das Essen war in Ordnung und als wir abends das EM Eröffnungsspiel Polen gegen Griechenland anschauten (1:1) wurde der Wirt etwas lockerer.
Das zweite Spiel RUS – CZE (4:1) schauten wir nur noch bis zur Halbzeit und gingen dann zu Bett.
Heute hatten wir den ganzen Tag mit teilweise starkem Gegenwind zu kämpfen.
Leider wurde Jürgens Erkältung immer schlimmer, sodass er beschloss am nächsten Morgen mit der Bahn nach Hause zu fahren. Auch Sebastian hatte sich heute das Knie an einem Pfosten angeschlagen und hatte Schmerzen und beschloss ebenfalls der Gesundheit Vorrang zu gewähren.

Wetter: bewölkt, teilweise sonnig, 20 Grad, trocken, sehr windig

Abfahrt Lollar: 08:45 Uhr
Ankunft Laurenburg: 18:35 Uhr
118,0 km / Fahrzeit: 06:40 Stunden

Samstag, 09.06.2012
Der Wirt war so gnädig und machte uns das Frühstück bereits um 07:30 Uhr. Ich glaube er mochte uns. Das Frühstück war gut.
Leider mussten Jürgen und Sebastian heute passen und so fuhren Hermann und ich alleine weiter.
Um 08:35 Uhr lief die Flotte aus dem Hafen von Laurenburg aus. Von Obernhof bis Nassau waren wieder etliche Steigungen zu bewältigen. Wo es hochgeht, geht es auch wieder runter. Wir ließen das Kloster Arnstein rechts liegen und radelten weiter in Richtung Bad Ems.

Bad Ems ist eine sehr schöne Kurstadt. Wir radelten auf der Kurpromenade, aber nur, weil wir dachten wir wären auf dem Radweg. Eine rote, alte, hässliche Schabracke machte uns gleich dumm an, dass dies hier nicht der Radweg sei. Naja, die hatte wohl kein schönes Zuhause……..

Nach 35 km in Lahnstein war es dann soweit. Die ruhige, liebliche Lahn mündete in den großen Bruder Rhein. Was für ein Unterschied. Ein schönes Bild mit der Burg Lahneck im Hintergrund. Wir fuhren auf der rechten Rheinseite in Richtung Koblenz, um dort den Rhein auf einer Eisenbahnbrücke überqueren zu können, um auf der anderen Rheinseite (dort verläuft auch der Rheinradweg) wieder Richtung Mainz fahren können.

Leider hatten wir nun wieder extremen Gegenwind. Wir wechselten uns mit der Führungsarbeit ab, damit immer einer im Windschatten fahren konnte.
Von Koblenz ging es nach Boppard, St. Goar, Oberwesel über Bingen nach Mainz.
Zwischendurch stärkten wir uns natürlich in einem, direkt am Rhein gelegenen, Biergarten.
Zeitweise hatten wir nun Rückenwind. Was für ein Unterschied. Nun gaben wir nochmal Vollgas.
Wir waren dann etwa um 17:00 Uhr in Mainz. Eigentlich hatten wir ja vor noch bis Frankfurt weiter zu fahren, aber nach 134 km waren wir nicht mehr so frisch und wir wollten zudem das EM Spiel zwischen Deutschland und Portugal sehen, das um 20:45 Uhr beginnen sollte. Also fuhren wir, nachdem wir in Mainz Kastell zuerst am Bahnsteig standen, zum Hauptbahnhof Mainz.
Dort holten wir uns dann beim unfreundlichen Bahnjolli zwei Einzelkarten und fuhren zuerst mit der S-Bahn bis Frankfurt. Die S-Bahn war sehr voll mit Fans, die auf dem Weg in die Commerzbank Arena waren zum Public Viewing. In Frankfurt dann den RE nach Aschaffenburg und nach kurzer Wartezeit mit der RB nach Laufach. Pünktlich um 19:44 Uhr kamen wir an und hatten somit noch genug Zeit zum Duschen und Essen, bevor das Spiel begann. Ging übrigens 1:0 für Deutschland aus.

Wetter: bewölkt, teilweise sonnig, 22 Grad, trocken, sehr windig

Abfahrt Laurenburg: 08:35 Uhr
Ankunft Mainz: 17:00 Uhr
Abfahrt Mainz (Zug): 17:32 Uhr
Ankunft Laufach (Zug): 19:44 Uhr
134,3 km / Fahrzeit: 06:59 Stunden


Gesamtstrecke: 238,2 km Lahnradweg
99,3 km Rheinradweg
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337,5 km Gesamt
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